11. Mai 2026

Konferenzankündigung: Die Freiheit der Formen – literarisch, ästhetisch, politisch Konferenzankündigung: Die Freiheit der Formen – literarisch, ästhetisch, politisch

Literaturwissenschaftliche Konferenz am 18. und 19. Juni 2026

Der Weg zur Freiheit führt über die Form. Diese zunächst paradox anmutende These ist konstitutiver Teil der europäischen Geistesgeschichte, wie sie Ernst Cassirer in seiner Studie Freiheit und Form 1916 beschrieben hat. Ästhetische und philosophische Debatten, die konsequent Freiheit und Form zusammendenken, werden seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert besonders engagiert im Bereich der Literatur ausgetragen, da Formen hier nicht nur thematisiert, sondern gleichzeitig auch konkret umgesetzt und reflektiert werden. Die literarische Beschäftigung mit dem Themenkomplex Freiheit und Form ruft ausnehmend aufschlussreiche Korrelationen, Verknüpfungen und Spannungen auf den Plan, die Probleme der philosophischen Ästhetik produktiv aufnehmen und weiterentwickeln und die gleichzeitig gesellschaftliche und politische Diskurse aufgreifen und kommentieren. Diesen Beziehungen werden wir im Rahmen der Tagung nachgehen und die literarischen, ästhetischen und gesellschaftspolitischen Implikationen erörtern, die durch das Zusammendenken von Freiheit und Form entstehen. 

Die Freiheit der Formen – literarisch, ästhetisch, politisch.
Die Freiheit der Formen – literarisch, ästhetisch, politisch. © Caroline Treppmann
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Programm

Do., 18.06.2026

09:30-10:15 Timothy Attanucci und Franziska Jekel-Twittmann: Einführung
10:15-11:00 Dirk Oschmann: Zur Idee der „freien Wortstellung“ im aufklärerischen Sensualismus
11:00-11:15 Kaffeepause
11:15-12:45

Michael Gamper: Freiheiten der Prosa. Herder und die Folgen 

Christian Moser: „Denn das ist die Eigenschaft aller ächten Form, daß der Geist augenblicklich und unmittelbar daraus hervortritt“: Zum Zusammenhang von Freiheit, Notwendigkeit und politisch-ästhetischer Form bei Niccolò Machiavelli und Heinrich von Kleist 

Moderation: Franziska Jekel-Twittmann

12:45-14:00 Mittagspause 
14:00-15:30

Anja Lemke: Das Unendliche formen. Novalis Poetik des Infinitesimalen

Gabriela Zgrzebnicka: Religiöser Verlust und ästhetische Freiheit. Hölderlins Brod und Wein als Formproblem

Moderation: Timothy Attanucci

15:30-16:00 Kaffeepause
16:00-17:30

Henrike Höllein-Krause: „[K]ein Vorbild […] und also kaum ‚verwendbar‘“ – Christa Wolfs befreite Form in Nachdenken über Christa T.

Norman Kasper: Erlebte, historisierte und kritisierte Moderne. ‚Form‘ in der germanistischen und literaturkritischen Moderne-Historiographie 1945–1980

Moderation: Marius Reisener

17:30-17:45 Kurzes Resümee des Tages
18:30 Abendessen

Fr., 19.06.2026

09:00-10:30

Mona Körte: Palindromitis: Wo sich retrograde Formexperimente Freiheiten nehmen

Charlotte Reihs: Gedruckte Gegenöffentlichkeit. Die Zeitschriften der Arbeiter-Radio-Bewegung als Medien der Kritik im Weimarer Rundfunk

Moderation: Timothy Attanucci

10:30-11:00 Kaffeepause
11:00-12:30

Burkhardt Wolf: Freiheit des informe: Herzmanovsky-Orlando und das groteske Österreich

Marius Reisener: Die Freiheit der Deformation. Entautomatisierte Körperwahrnehmung bei R. Goetz und V. Sorokin

Moderation: Christian Moser

12:30-14:00 Mittagspause
14:00-15:30

Valentin Peschanskyi: Ukrainische Kriegstagebücher zwischen Form und Freiheit 

Svetlana Efimova: Freies Europa, freie Form, freies Ich? Dialektiken der (Un)Freiheit bei Katja Petrowskaja und Saša Stanišić

Moderation: Franziska Jekel-Twittmann

15:30-16:15 Abschlussdiskussion


 

Donnerstag, 18.06.26 - 09:30 Uhr  – Freitag, 19.06.26 - 16:15 Uhr.

Ort: Katholischen Hochschulgemeinde/ St. Remigius, Brüdergasse 8, Bonn.

Um Anmeldung per Mail wird gebeten. 

Franziska Jekel-Twittmann, jekel@uni-bonn.de

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