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Deutschdidaktik als Wissenschaft
Was ist Fachdidaktik Deutsch?
In der Deutschdidaktik richten wir unseren Blick auf das sprachlich-literarische Lernen und Lehren sowohl im Schulfach Deutsch als auch darüber hinaus. Im Fokus stehen deshalb Konzepte und Theorien, die sich dazu heranziehen lassen, um wissenschaftlich in den Blick zu nehmen, was die Gegenstände, die Praktiken und die Ziele des Deutschunterrichts sind – und wie er gelingen kann bzw. was sich verbessern lässt. Eine beutende Rolle spielt in der Deutschdidaktik auch die Erforschung von Medien: etwa als Werkzeuge beim digitalen Schreiben oder als Kommunikationsformen von Literatur (Theater, Graphic Novel, Hörbuch etc.).
Als Bezugungswissenschaften dienen der Deutschdidaktik nicht nur die Arbeitsbereiche der Germanistik, d.h. Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Linguistik oder Mediävistik. Auch andere Disziplinen, die für eine wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Lehr- und Lernprozessen im Fach bedeutend sind, finden Berücksichtigung, z.B. Bildungswissenschaften, Pädagogische Psychologie oder Medienwissenschaft.
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Berichte aus der Abteilung
Exkursion vom 14.-18. Mai 2026
Deutsch-Lehramtstudierende bei „3x3x3 Jugend debattiert“ in Warschau
Das Austauschprojekt „3x3x3 Jugend debattiert“ der Universitäten Bonn, Straßburg und Warschau findet seit 2023 jährlich im Rahmen des Weimarer Dreiecks auf studentischer Ebene statt und widmet sich jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Das diesjährige vierte Treffen fand vom 14.05. – 18.05. in Warschau unter dem Titel „Dialog und Verständigung in öffentlicher Debatte“ statt.
In diesem Rahmen kamen sechs Studierende der Deutschdidaktik der Universität Bonn mit Studierenden aus Straßburg und Warschau aus den Bereichen Linguistik, Sprachwissenschaften und Kulturwissenschaften zusammen, um sich intensiv über europäische Geschichte, Gegenwart und Zukunft auszutauschen. Ziel des Programms war es, die Bedeutung des Weimarer Dreiecks für den europäischen Dialog hervorzuheben sowie das Bewusstsein für demokratische Debattenkultur und europäische Zusammenarbeit zu stärken.
Das vielfältige Programm wurde durch Vorträge aus unterschiedlichen Perspektiven bereichert, u.a. von Referent:innen des Team Europe Direct aus Warschau. Dr. Justyna Napiórkowska sprach zum Thema „EU-Symbole in der Gegenwartskunst“, Dr. Beata Jurkowicz referierte über „Mütter der EU und ihre Funktionen im Wandel der Geschichte“ und Dr. Marzenna Guz-Vetter beleuchtete „Polen in der EU – Bilanz und Perspektiven“. Die Beiträge eröffneten uns Teilnehmenden differenzierte Einblicke in die europäische Integration sowie in die Rolle Polens innerhalb der Europäischen Union. Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsames Essen in der Warschauer Altstadt mit Andrzej Halicki (Politiker und Mitglied des Europäischen Parlaments) und Olgierd Łukaszewicz (polnischer Schauspieler und Aktivist) als Ehrengästen.
Darüber hinaus nahmen wir Studierenden am Europicknick in der Deutschen Botschaft in Warschau teil. Die Veranstaltung bot die Möglichkeit, mit Vertreter:innen europäischer Institutionen ins Gespräch zu kommen und praxisnahe Einblick in internationale Zusammenarbeit zu gewinnen.
Das Projekt stellt eine wertvolle Gelegenheit dar, internationale Begegnungen mit politischer Bildung und kulturellem Austausch zu verbinden. Wir konnten nicht nur unser Wissen über die Europäische Union vertiefen, sondern zugleich unsere Fähigkeiten im interkulturellen Dialog sowie in der öffentlichen Debatte weiterentwickeln. Auch der Spaß kam natürlich nicht zu kurz. An der Jugendherberge haben wir abends zusammen am Lagerfeuer gesessen, gesungen und die Zeit miteinander genossen. Auch in Warschau konnten wir die gemeinsame Zeit außerhalb des Programms nutzen, haben zusammen den ESC geschaut und sind abends durch die Kneipen gezogen.
Im kommenden Jahr freuen wir uns darauf, unsere Gäste aus Polen und Frankreich zum nächsten Treffen in Bonn willkommen zu heißen!
Zwischen Sprachen, Blicken, Fragen
durch Europas alte Tage,
traf man sich in Warschaus Licht,
zum Gespräch, zum Angesicht.
Drei Städte reichen sich die Hand,
verbunden über jedes Land.
Bonn, Straßburg, Warschau, Seit an Seit,
im Geist Europas, stark und weit.
„3x3x3 Jugend debattiert“
ein Austausch, der Europa ziert,
wo junge Stimmen Brücken bauen
und Zukunft lernen, zu vertrauen.
Man sprach von gestern und von morgen,
von Hoffnung auch in schweren Sorgen,
von Einheit, Vielfalt, Demokratie,
von Europas Melodie.
Die Räume voll neuer Gedanken,
die Grenzen schienen still zu wanken.
Geschichte traf auf Gegenwart,
auf Kunst, auf Wandel, Lebensart.
In Farben, Formen, Gegenwart,
Kunst wurde Sprache eigener Art.
wie Frauen einst den Weg bereitet,
den Europa heute schreitet.
Und es zeigte klar,
was Polen in Europa war,
was es geworden, was noch wird,
wenn Dialog die Zukunft führt.
In Warschaus Gassen, alt und weit,
verband uns Menschen Freundlichkeit.
So blieb am Ende die Erkenntnis:
Verständigung ist ein Bekenntnis,
kein Zustand, der von selbst besteht,
sondern immer wieder neu entsteht.
(von Marlene Pöter)
Workshop vom 20. Juni 2024
Sprechen über Sprache – Aktuelle Diskurse und Methoden der Grammatikdidaktik
Grammatik als Thema des schulischen Deutschunterrichts gilt häufig und seit langer Zeit als trocken, schwierig und mehr oder weniger nützliche Pflichtübung. Demgegenüber steht die Beobachtung, dass Grammatik und ein kompetenter Umgang mit Sprache zu den wichtigsten schulischen Lernzielen gehören und in Curricula einen prominenten Platz einnehmen. Wie auf das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Umsetzung didaktisch-methodisch reagiert werden kann, haben 50 Teilnehmer:innen, darunter Studierende, Referendar:innen und Lehrer:innen, im Rahmen unserer Fortbildung mit dem Titel "Sprechen über Sprache - Aktuelle Diskurse und Methoden der Grammatikdidaktik" am 20. Juni 2024 diskutiert. In Workshops zum Kasuskönnen bzw. zur Kommasetzung erprobten die Teilnehmenden Möglichkeiten einer sowohl gegenstands-, als auch fähigkeits- und lerner:innenbezogen Grammatikvermittlung.
Exkursion vom 6.-7. Juni 2024
wortreich – Wissens- und Erlebniswelt für Sprache und Kommunikation in Bad Hersfeld
Knapp 20 Studierende trafen sich im Morgengrauen des 6. Juni 2024 am Bahnhof in Siegburg, um ihre Reise ins unbekannte Bad Hersfeld (Hessen) anzutreten. Der Weg führte ins wortreich, die sogenannte „Wissens- und Erlebenswelt für Sprache und Kommunikation“.
Mit 1200 m² Ausstellungsfläche bietet das wortreich viele Möglichkeiten, sich interaktiv auszutoben. Die Ausstellung umfasst über 90 interaktive Exponate, die das Thema Sprache und Kommunikation auf vielfältige Weise – visuell, auditiv und haptisch – behandeln, und ist wie ein Buch mit 11 Kapiteln aufgebaut. In diesen Kapiteln kann man unter anderem Wörter-Basketball mit Buchstaben spielen, Wörter aus Silbenwürfeln bauen, Theater auf der Festspielbühne spielen oder verschiedene Sprachen und Dialekte auf einer Landkarte verorten.
Es gab bei allen Exponaten viel auszuprobieren, zu entdecken und (spielerisch) zu lernen – und das sehr zu Freude derer, die schon gefürchtet hatten, über mehrere Stunden ausführlichen Informationstafeln zur Geschichte des Kommas oder der Rechtschreibreform von 1996 ausgeliefert zu sein. Alle waren sich infolge unseres zweistündigen Besuchs einig, dass man dort gut und gerne noch mehr Zeit hätte verbringen können.
Nach der Ankunft in der Jugendherberge führte unser Weg am Abend in die „Festspielkantine“ rund um die Bad Hersfelder Stiftsruine. Hier ließen wir den Tag mit einem gemeinsamen Spieleabend ausklingen, der ebenfalls ganz im Zeichen der Sprache stand.
Auch am nächsten Morgen blieb den Teilnehmenden ihr wohlverdienter Schlaf zum großen Teil verwehrt. Schon um 07:30 Uhr verließen wir die Jugendherberge, um unsere Rückreise anzutreten. Nachdem wir eine kleine Odyssee hinter uns brachten, die der Deutschen Bahn zu verdanken war, verabschiedeten wir uns auf Gleis 3 des Siegburger Bahnhofs mit tosendem Applaus von unseren Dozierenden Jonas Romstadt, Theresa Strombach und Julia Weiss und dankten ihnen für die phänomenale Organisation dieser spannenden Exkursion!
(Theresa Mausehund, Lorenz Vielhauer)