Exkursion – Lübeck und Lüneklöster 2025

Exkursion – Lübeck und Lüneklöster 2025

Im Sommersemester 2025 führte eine mehrtägige Exkursion in die Hansestadt Lübeck. Besucht wurden das Europäische Hansemuseum sowie das St.-Annen-Museum, die zentrale Einblicke in Geschichte, Kunst und Kultur des niederdeutschen Sprachraums boten.
Die Exkursion fand im Rahmen des Seminars „Vom tanzenden Tod, reichen Kaufleuten und stickenden Nonnen – Literarische Texte in Bildwerken des niederdeutschen Sprachraumes (Lübeck und Lüneklöster)“ statt und wurde von Prof. Kathrin Chlench-Priber und Dr. Birgit Zacke durchgeführt. Das Angebot richtete sich an Studierende der BA- und MA-Studiengänge.
Zeitraum: 2.–6. Juni 2025

Der norddeutsche Raum und seine literarischen sowie materiellen mittelalterlichen Zeugnisse sind im Studium der Germanistischen Mediävistik häufig unterrepräsentiert. Und das, obwohl er dem mittel- und vor allem süddeutschen Raum in seinem Reichtum an Kulturschätzen und Handelsbeziehungen kaum nachsteht.

Die Exkursion führte im Sommersemester 2025 zunächst in die Hansestadt Lübeck. Mit dem Europäischen Hansemuseum und dem St. Annen-Museum besuchten wir die wichtigsten Museen der Hansestadt. Aufenthalte im Stadtarchiv und der Stadtbibliothek mit ihren Handschriften- und Inkunabelbeständen gaben uns einen Einblick in die literarischen Zeugnisse der Hanse- und Stadtgeschichte, aber auch in das religiöse Schrifttum in mittelniederdeutscher Sprache. Dieses Quellenstudium schärfte den Blick für die Sakraltopographie der Stadt in besonderer Weise. Und so führten Rundgänge durch die Stadt nicht nur zu allen Kirchen und Stiftungen, sondern auch an der Hölle vorbei durchs Fegefeuer ins Paradies (Dom).

Der Fokus der Exkursion lag auf den intermedialen Aspekten mittelalterlicher Literatur- und Kunstproduktion. Der berühmte Lübecker Totentanz stand ebenso im Interesse wie die Schnitz- und Bildaltäre, die die Lübecker Kaufleute für ihre Kapellen und Kirchen anfertigen ließen. Zu verorten sind diese in einer gleichermaßen durch den Reichtum der Hanse und die – durchaus pragmatische – Frömmigkeit der Lübecker geprägte Sakralarchitektur.

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© Birgit Zacke
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
© Birgit Zacke

Die letzte Etappe führte dann zu den niedersächsischen Frauenklöstern Ebstorf und Wienhausen, die zu den sogenannten Lüneklöstern zählen. Erhalten haben sich hier mit der Ebstorfer Weltkarte und den Wienhauser Tristanteppichen u. a. beeindruckende großformatige Zeugnisse des Erzählens geistlicher und weltlicher Literatur im Bild.

Zur Ebstorfer Weltkarte:

https://warnke.web.leuphana.de/hyperimage/EbsKart/#O9999/

Der Besuch der beiden Klöster machte den Reichtum und die spirituelle Wirkmacht mittelalterlicher weiblicher Religiosität erfahrbar, denn der kontinuierliche Weiterbetrieb der beiden Klöster seit ihrer Gründung sowie der durchaus eigenwillige und rebellische Umgang mit den Anforderungen der Reformation hat deren mittelalterliche Ausstattung bis heute bewahren können.

Rundtour Wienhausen:

https://kloster-wienhausen.momentesindeinmalig.de

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