Exkursion nach Mitteldeutschland 2026

Exkursion nach Mitteldeutschland 2026

Im Sommersemester 2026 führte eine mehrtägige Exkursion nach Mitteldeutschland. Die Exkursion führte über Eisenach mit der Wartburg nach Magdeburg und ins östliche Harzvorland. Das reiche kulturelle Erbe des mitteldeutschen Raums lässt sich heute vor allem an seinen Bauwerken und Kunstschätzen betrachten, die neben den literarischen Werken einen wesentlichen Schwerpunkt unserer Reise bilden. Dass die Region im Fokus der hochmittelalterlichen Kaiser und Kleriker stand, zeigen die Kirchen- und Stiftsbauten in Magdeburg, Halberstadt und Quedlinburg. 
Die Exkursion fand im Rahmen des Seminars „Von Herrscher*innen und Heiligen, Stiftsdamen und Stadtschreibern – Mitteldeutschland als Raum von Herrschaft und Literaturproduktion“ statt und wurde von Prof. Kathrin Chlench-Priber und Dr. Birgit Zacke durchgeführt. Das Angebot richtete sich an Studierende der BA- und MA-Studiengänge.
Zeitraum: 29. Juni 2026 bis 03. Juli 2026

Mitteldeutschland ist im Mittelalter eine wichtige Region für die Produktion von Literatur, aber auch von Kultgegenständen. Die Landschaft ist reich an Klöstern, Stiften und Bistümern; auch Burgen, Adelssitze und mächtige Städte sind weiter verbreitet als man annehmen mag.

Das erste Ziel der Exkursion war Eisenach, genauer: die Wartburg. Diese führt in ihrer Innenausstattung des 19. Jahrhunderts besonders deutlich vor Augen, dass der Thüringer Landgrafenhof unter Heinrich I. ein ‚Hotspot‘ der höfischen Literatur des Mittelalters war. Eng verbunden mit der Wartburg ist zudem die Heilige Elisabeth von Thüringen, deren Vita u. a. unseren Besuch in besonderer Weise perspektiviert hat.

Der Fokus der Exkursion aber lag auf Mitteldeutschland als ‚besonderem‘ literarischen Raum. So war die zweite Station der Reise Magdeburg: als Kaiserpfalz, Erzbistum und Handelszentrum eine der größten Städte des mittelalterlichen Reiches, die in den Norden, Süden, Westen, aber – mit dem Magdebuger Recht – eben auch weit in den Osten hineinwirkte. Im Hinblick auf die Literaturproduktion nahmen die Stadt und das Harzvorland eine bedeutende Scharnierstellung zwischen dem hoch- und niederdeutschen Sprachraum ein. So widmete sich die Exkursion verschiedenen Facetten mittelalterlicher Literaturproduktion und -rezeption, die die Augen für die Zusammenhänge zwischen Mäzenatentum (weltlicher und geistlicher Herrschaft), Stadtentwicklung (Chronistik und Rechtsprechung) Frömmigkeit/Mystik und Heiligkeit (Stifte, Klöster, Kathedralen) sowie deren topographischen Bedingtheiten öffneten. 

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© Birgit Zacke
Eine Wissenschaftlerin und ein Wissenschaftler arbeiten hinter einer Glasfassade und mischen Chemikalien mit Großgeräten.
© Birgit Zacke

Reiseziele, wie der Domschatz in Halberstadt und die Stiftskirche in Quedlinburg, machten zudem den Reichtum und die spirituelle Wirkmacht mittelalterlicher Religiosität und Machtentfaltung erfahrbar. Im Magdeburger Sitz des Landesarchivs Sachsen-Anhalt standen nicht nur Rechtstexte wie der Sachsenspiegel und geistliche Texte wie der Kaland Könemanns von Jerxheim im Zentrum des Interesses, sondern auch eine Urkunde Ottos des Großen, mit der er das Erzbistum Magdeburg gründete. Otto I. und seine erste Ehefrau Editha, die beide im Magdeburger Dom bestattet sind, füllten dann auch die Aufenthalte im Magdeburger Dom, im Ottonianum und im Kulturhistorischen Museum.

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